Das Moritztor der ehemaligen Stadtmauer von Halle
Die hallische Stadtbefestigung hatte sechs Stadttore. Diese wurden alle abgerissen. Nur der Leipziger Turm ist als Teil des Galgtores noch vorhanden.
Das Moritztor befand sich am Übergang von Altstadt zu Glaucha.
Beschreibung des Moritztors
Erschienen in Band 11 - Sachsen und Anhalt : Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 1935, Seite 44-46
Die Wehrbauten der Stadt Halle.
II. Teil.
Von Erich Neuß
VI. Tore und Pforten.
2. Das Moritztor
Es bestand aus dem äußeren Moritztorhaus, das dem Klaustor ähnelte, dem Turm unmittelbar südlich neben dem äußeren Tor, dem Torhof und dem inneren Moritztor mit darüber befindlicher Torwärterwohnung. Nördlich lehnte es sich an den Pfarrgarten von St. Moritz an. Nach Glaucha zu umgab ein Graben die gesamte Anlage; über ihn führte eine Brücke zu der in die Torzwingermauer gebrochenen Moritzpforte. Das Moritztor war durch die natürlichen Verhältnisse gut geschützt; erst 1705 wurde der ihm südlich vorgelagerte Korbteich ausgefüllt. 1457 wurde im Zuge der Neubefestigung der Stadt auch das Moritztor verstärkt. Damals erhielt es seinen noch erhaltenen steinernen Wappenschmuck mit Inschrift (Topographie I, 37). Nachdem 1471 wiederum am Ulrichstor gebaut worden war, diente es 1478, beim Kampfe der Pfänner gegen Erzbischof Ernst und seine demokratischen Anhänger in Halle, als Gefängnis. Der mächtige Turm beim Moritztor war ein riesiger viereckiger "Mauerklumpen" aus Bruchsteinen, der in einen achteckigen Aufbau aus Ziegelmauerwerk, seit 1572 mit welscher, später pfälzer Haube überging. Seine Grundfläche betrug 900 Quadratfuß (etwa 10×10 m), er war vier Geschosse hoch, die Mauerstärke über dem Erdboden 6'. Als Eingang diente nur eine Luke im zweiten Stockwerk. Im Jahre 1802 wollte der Fleischer C. J. Schmidt ihn zu einem Bürgerhaus umbauen; dann wollte ihn die Moritzgemeinde für die Ausbesserung des nahen Gotteshauses erwerben. Am 11. September 1804 kaufte der Maurermeister Joh. Andr. Friedrich den Turm für 100 Rt. und begann sofort mit dem Abbruch (HStA. VI a F 9). Vordem befand sich im Turm eine Wohnung, die aber schon 1711 wüste war. Sonst ist die Moritztorburg ein Musterbeispiel für die Ausnutzung solcher Anlagen im 17. und 18. Jahrhundert. Damals befanden sich im Moritztor das Rotgießerhaus, ein Häuslein, in dem ein Windenmacher wohnte und das bei
Erbauung der neuen Moritzpforte 1710 weggerissen wurde, eine Wohnung auf dem äußeren Moritztor, desgleichen "im Eingang des Thors" eine Wohnung, das 1707 errichtete Corps de garde, schließlich lehnte sich das Färbehaus der Tuchmacher an das Moritztor an (HStA. XV D 1 a).
Das äußere Moritztorhaus war ein unregelmäßiges Bauwerk, auf der einen Seite 36, auf der anderen 40' lang, 22 ¹/2' im Durchschnitt tief; über der Durchfahrt erhoben sich noch zwei Stockwerke; das zweite (Hauptgebälk) bestand aus Fachwerk, das nach der Saale zu I' stark mit Mauersteinen verblendet war. Darüber ein Satteldach; die Seitengiebel mit Mauersteinen verblendet. Die Durchfahrt wies gotische Bogen mit Sandsteinfassungen auf; von ihr führte eine Stiege zum ersten Geschoß (Mittelgebälk), von dem aus durch fünf Scharten die Moritzbrücke bestrichen werden konnte. Der Abbruch dieses Torhauses begann, nachdem die Regierung am 11. September die Erlaubnis gegeben hatte, durch Maurermeister Leclerc am 16. November 1829 und war Anfang Dezember beendet 73).73) HStA. XV D 51. - Runde S. 36.
Quellen und Literatur
- Sachsen und Anhalt: Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, 11.1935 - Link
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Die Stadtbefestigung von Halle an der Saale.
Diese Seite wurde am 30.09.2026 erstellt und am 30.09.2026 zuletzt bearbeitet.
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