Das Steintor der ehemaligen Stadtmauer von Halle

Die hallische Stadtbefestigung hatte sechs Stadttore. Diese wurden alle abgerissen. Nur der Leipziger Turm ist als Teil des Galgtores noch vorhanden.

Das Steintor befand sich am Übergang von Altstadt nach Ringleben am späteren Joliot-Curie-Platz.

Beschreibung des Steintors

Erschienen in Band 11 - Sachsen und Anhalt : Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 1935, Seite 38-40

Die Wehrbauten der Stadt Halle.

II. Teil.

Von Erich Neuß

VI. Tore und Pforten.
2. Das Steintor.

Das Steintor erhielt seine dreifache Gliederung bei der großen Neubefestigung der Stadt nach 1450. Der innere Steintorturm war aus Bruchsteinen erbaut, die frühgotischen Bauformen in den unteren Geschossen wiesen auf eine Entstehungszeit um 1300. Im Jahre 1725 wurde der Turm zum letzten Male erneuert und mit einer welschen Haube, danach mit einem achteckigen Dach bedeckt. Stadtbaumeister August Stapel hat kurz vor seinem Abbruch eine Zeichnung von dem künstlerisch wertvollen Bauwerk angefertigt (in der Marienbibliothek; Kopie im HStA. und bei Hertzberg III, 474). Der Turm über dem inneren Steintor maß 31×36,5′ in der Grundfläche; Die Toröffnung war 14' weit. Er hatte 6 Stockwerke, davon die vier untersten aus Bruchsteinen mit Kalk gemauert, die beiden

Das Steintor der Stadtmauer von Halle um 1590.

oberen aus verblendetem Fachwerk; darüber ein achteckiges Dach. Höhe im einzelnen: Torgeschoß 28 1/2, 2. Geschoß 17, 3. Geschoß 14 1/2, 4. Geschoß 14 1/2, 5. Geschoß 15 3/4, 6. Geschoß 11 ¹/2, im ganzen 102,75', also rd. 34 m. Auf dem Steintorturm wohnte im 17. Jahrhundert der Bettelvoigt. Der Abbruch des Steintorturmes (vgl. auch S. 78) begann im Dezember 1831 und war am 18. April 1832 beendet. 65)

Wie das mittlere Steintorhaus ausgesehen hat, können wir nur vermuten; vgl. das Teil I, S. 180 darüber Gesagte. Es wurde 1817 abgerissen. In ihm befand sich die Torschreiberwohnung.

Die Wehrhaftigkeit des Steintors beruhte nicht zuletzt in dem festen und hochragenden (ein Erdgeschoß mit Durchfahrt, zwei Verteidigungsgeschosse) äußeren Torhause, dessen Frontmauer 1 m stark war, und das sich durch einen Seitenflügel selbst flankierte. Die drei Giebel waren 18' hoch, das ganze Gebäude maß mindestens 55' 66). Ein zweigeschossiger ,,Erkner" mit Schießscharten und Gießlöchern hielt den Angreifer vom eigentlichen Tore fern

65). HStA. VIa F31.
66) HStA. XV D 22 (mit ausführlichen Angaben).

Quellen und Literatur

  • Sachsen und Anhalt: Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, 11.1935 - Link

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Weiterführende Seiten:

Der Joliot-Curie-Platz ist eine Straße der Altstadt und der nördlichen Innenstadt von Halle an der Saale.

Die Stadtbefestigung von Halle an der Saale.

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